Zug der Liebe
Wie jeden Morgen wacht er auf,
Er isst etwas, verlässt das Haus.
Noch ist er nicht so recht bereit,
die Welt zu seh’n um diese Zeit.
Sehr eilig drängt es ihn zur Bahn,
ganz außer Atem kommt er an.
Am Montagmorgen, frühs um sechs
hält Freude sich noch gut versteckt.
Doch ändert sich die Meinung schnell,
als seine Bahn dann erstmal hält.
Er blickt hinein und sieht genau
die unbeschreiblich hübsche Frau.
Er ist entzückt, doch kann nichts sagen,
die Beine wollen ihn kaum tragen.
Und schon bei Station Nummer drei
Ist jede Möglichkeit vorbei.
Seit er sie sah beschäftigt ihn
die Frau, sie war so wunderschön.
Er ist gebannt, kann nicht umhin,
sie geht ihm nicht mehr aus dem Sinn.
Am nächsten Tag, so sagt er sich,
lässt’s Selbstvertrau’n
ihn nicht im Stich!
„Du weißt, dass sie dich interessiert,
du sprichst sie an, was auch passiert!“
Doch gleich am Mittwochmorgen dann,
als er sie sieht in seiner Bahn,
ist’s hin mit dem, was er geplant.
Die Angst hat ihm die Chance vertan.
Des Abends sitzt er dann allein
bei einem Wein im kleinen Heim.
Ein Tulpenstrauß für sie am Tisch,
im Wasserglas, so bleibt er frisch.
Er steht am nächsten Morgen dort
zur gleichen Zeit am gleichen Ort.
Er wartet viele Stunden lang,
der Zug mit ihr, er kommt nie an.
Seit diesen Tagen weiß er viel,
wer zögert, der verliert das Spiel.
Drum sei bereit, sei auf der Hut,
denn Liebe fordert oft viel Mut!